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Wer Taschen, Passsitze oder Sichtflächen fräst, kennt das Problem: Ein Fräser mit Zentrierspitze oder Fischschwanz-Anschliff hinterlässt am Taschengrund einen kleinen Zapfen oder eine Erhebung in der Mitte. Die Stirnfläche schneidet nicht bis ins Zentrum durch, weil die Spitze keinen Span erzeugt. Für Sichtflächen und Passsitze bedeutet das Nacharbeit oder Ausschuss.
Der flache Stirnanschliff schleift die Stirnfläche so an, dass beide Schneiden bis in die Werkzeugachse reichen. Beim Eintauchen und beim Taschenfräsen schneidet die gesamte Stirnfläche gleichmäßig durch das Material. Es entsteht kein Zapfen, keine Erhebung, keine Stufenbildung.
Der 30° Drallwinkel erzeugt dabei einen ziehenden Schnitt: Die Schneidkante trifft das Material nicht schlagartig, sondern gleitet über die Schneidlinie. Das reduziert Schnittkräfte und Vibrationen, was bei kleinen Durchmessern unter 1 mm besonders wichtig ist. Die Upcut-Drallrichtung transportiert Späne aktiv nach oben aus der Schneidzone. In Kunststoffen verhindert das Wärmestau der das Material aufschmelzt, in Aluminium verhindert es Aufschweißen an der Schneidkante.
Der flache Stirnanschliff erzeugt zwar ebene Taschenböden, ist aber beim senkrechten Eintauchen anspruchsvoller als der Fischschwanz. Beim axialen Eintauchen ohne Vorbohrung trifft die gesamte Stirnfläche gleichzeitig auf das Material. Das erzeugt kurzzeitig hohe Axialkräfte, die bei kleinen Durchmessern Werkzeugbruch verursachen können
Abhilfe: Rampen-Eintauchen mit einem Eintauchwinkel von 2 bis 5 Grad statt senkrechtem Plunging. Alternativ Vorbohrung an der Eintauchstelle. Wer häufig senkrecht eintauchen muss, fährt mit dem VHM Zweischneider Fischschwanz sicherer. Konkrete Schnittparameter für das jeweilige Material liefert der Schnittdaten-Rechner.
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